Die
Herstellung der Pillen
Pillen nennt man Arzneizubereitungen von
kugelförmiger Gestalt und einem Einzelgewicht von 0,1g. Die Herstellung
von Pillen erfordert Übung und Erfahrung. Als Pillenmasse hat sich
Hefeextrakt am besten bewährt, weil er leicht zu verarbeiten ist, im
Verdauungstrakt leicht zerfällt und beim Lagern nicht hart wird.
Das "Anstoßen" der Pillenmasse geschieht in einem tiefen meist
eisernen Pillenmörser unter Zugabe einer Mischung von gleichen Teilen
Glycerin und Wasser. Die Masse darf weder am Mörser kleben bleiben noch
bröckelig werden. Zuerst werden die festen, später die flüssigen
Bestandteile zugegeben.
Die gut durchgeknetete Pillenmasse wird auf dem
Pillenbrett zu einem gleichmäßigen Strang ausgerollt, dabei entspricht
die Länge des Stranges der Länge der in 30 Felder unterteilten
Schneiden.
Das Formen der Pillen geschieht ebenfalls auf dem
Pillenbrett. Dazu legt man den Strang auf die untere der
zueinanderpassenden Schneiden, durch die die Pillen unter leichtem Druck
abgeteilt werden.
Das Nachrunden der Pillen geschieht mit einem
Pillenroller, am Ende wird Lycopodium (Bärlapp-Sporen) dazu gegeben,
damit die Pillen nicht an einander kleben.
Zur Verzögerung der Absorption der Pillen im Magen
oder Darmkanal kann man die Pillen lackieren, dazu benutzte man damals
eine weingeistige Lösung von Tolubalsam.