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© Peter Sommer

November 2008

 

 

 

heute verboten: 

die Kava - Kava Pflanze

Kava-Strauch

Der botanisch als Piper methysticum bezeichnete zwei bis fünf Meter hohe Kava-Strauch wird auf den Inseln Polynesien wie z.B. Tonga und Samoa, sowie Mikronesiens und Neuguinea kultiviert. Er liefert den Kava-Wurzelstock oder Kava-Pfeffer.

 

Kava-Trunk

Der meist von den Wurzeln befreite mehrere Kilo schwere Wurzelstock wird in den Herkunftsländern fermentiert und dann zum erfrischen und später entspannend wirkenden Kava-Trank verarbeitet. Dieser spielt seit jeher im religiösen, politischen und gesellschaftlichen Leben der Bewohner der Südseeinseln und Australiens eine große Rolle.

 

Kava-Wurzelstock

Die Schnittdroge hat einen schwach aromatischen Geruch, der Geschmack ist leicht bitter, pfefferartig und seifig-kratzend. Beim Kauen wird der Speichelfluss angeregt und eine lang anhaltende Betäubung der Zunge hervorgerufen.
Für die Wirkung sind vor allem Kavalactone wie Kavain, Methysticin etc. verantwortlich. Amide, Chalkone, freie aromatische und aliphatische Säuren sind weitere Inhaltsstoffe, die an der Wirkung beteiligt sein dürften. Dennoch ist wenig über die Inhaltsstoffe bekannt.

In Reinstoff-Präparaten enthaltenes synthetisches Kavain liegt als isomere D- und L-Kavain vor. Fertigarzneimittel auf der Basis von natürlichen Extrakten enthalten dagegen einen auf einen bestimmten Gehalt an Kavalactonen standardisierten Kava-Extrakt mit Äthanol oder Aceton als Lösungsmittel.

Zuerst in der Schweiz, später auch in Deutschland wurde der Vertrieb acetonischer Kava-Extrakte wegen möglicher Leberschädigung untersagt, weil durch das lipophile Lösungsmittel Aceton hepatotoxische Substanzen aus der Droge gelöst werden können. In Deutschland ging das Kava-Verbot sogar noch weiter (siehe unten).


Leberschädigung durch Kava-Kava

In den Medien wird in letzter Zeit die leberschädigende Wirkung von Kava diskutiert. In Deutschland sind inzwischen 20 Fälle von Leberschäden durch die Kava- Wurzel bekannt. Durch Untersuchungen hat sich gezeigt, dass es Menschen gibt, bei denen der Stoffwechsel nicht in der Lage ist, die Wirkstoffe der Kavawurzel abzubauen. Bei diesen Personen führt die Einnahme von Kava innerhalb von wenigen Wochen schnell zu Leberschäden. 

Aufgrund dessen hat das BfAM die Zulassung für alle Kava-kava- Produkte bis runter zur homöopathischen Konzentration D4 mit Wirkung vom 14.Juni 2002 widerrufen.

Anti-Stress-Wurzel

Kavalactone wirken angstlösend, beruhigend und Muskel entspannend ohne dabei zu ermüden. Kavain wird in Tierversuchen nach parenteraler Anwendung eine antiarrhytmische, spasmolytische und lokalanästhetische, vor allem antikonvulsive und neuroprotektive Wirkung zugesprochen.

Beim Menschen wird den Kavalactonen Einfluss auf das Limbische system zugeschrieben im Sinne einer Reiz-Abschirmung und Minderung (Anti-Stress-Wurzel).

Wegen ihrer geringen Löslichkeit im wässrigen Melieu des Magen-Darm-Traktes sollten Kava-Extrakte bereits in der Arzneiform entweder kolloidal gelöst (Spissum-Extrakte: Kavasedon) oder sehr fein verteilt (mikronisiert) vorliegen: Beides führt zu einer verbesserten Freisetzung und damit einer guten Bioverfügbarkeit.

Fertigarzneimittel:  (alle zurückgerufen).

 

Anwendung

Kava-Präparate sind indiziert bei Angst- Spannungs- und Unruhezuständen in einer Tagesdosis von 50 - 120mg Kavalactonen, es wird eine Einnahme von 1 bis 2 mal täglich 50 bis 60 mg Kavain.
Die  Wirkung wurde in zahlreichen Studien belegt und es wurde eine deutliche Rückbildungsrate festgestellt.
Erst kürzlich konnte bewiesen werden, dass die Wirkung von Kavain nicht erst, wie früher behauptet, nach mehreren Tagen, sondern bereits innerhalb von Stunden einsetzen kann.

 

Wichtige Hinweise

Kontra-Indikationen: Schwangerschaft, Stillzeit, endogene Depressionen.

Wechselwirkung: Wirkungsverstärkung von zentral wirksamen Substanzen ist möglich.

Anwendungs-Dauer: Ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Monate anwenden. Bei Langzeitanwendung seltenes Risiko medikamentöser Hepatitis.

 

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