Ginkgo biloba
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© Peter Sommer

Oktober 2008

 

 

 

Die Heilpflanze des Monats 

der Ginkgo-Baum

Geschichte:

Der Ginkgobaum scheint der Zeit zu trotzen. Er ist die einzige überlebende Art einer in der Vorzeit verbreiteten Familie. Sein Bauplan ist über 200 Millionen Jahre alt und er kann sich besser als alle anderen Pflanzen den wechselnden klimatischen Bedingungen anpassen. Erst 100 Millionen Jahre nach dem Ginkgo entwickelten sich die ersten Laubbäume. Charles Darwin bezeichnete den Ginkgo- Baum als  "Lebendes Fossil".

 

Die Pflanze:

Im Pflanzenreich nimmt der Ginkgo eine Sonderstellung ein, er ist weder ein Nadel- noch ein Laubholz sondern gehört zu den nacktsamigen Palmfarnen und steht den Farnen und den niederen Pflanzen sehr nahe. Er ist der einzige Baum mit parallelnervigen Blättern.
Der Ginkgo ist ein sommergrüner Baum mit sehr langsamen Jugendwachstum. Er soll ein Alter von mehreren tausend Jahren erreichen können. Der Ginkgo ist in der Regel zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Bäume, die außerhalb der Blütezeit im April bis Mai nicht zu unterscheiden sind.

Besonders charakteristisch sind die Blätter des Ginkgo, die auch arzneilich verwendet werden. Sie sind parallelnervig und bei jüngeren Bäumen sind sie an der Vorderseite oft eingeschnitten, bei älteren oft fächerförmig. Die Blätter sind im Sommer frischgrün und werden im Herbst leuchtend goldgelb. 

 

Verwendung:

Der Ginkgobaum gehört nicht nur wegen seiner besonderen Widerstandfähigkeit zu den häufig gepflanzten Zierbäumen sondern findet auch damals wie heute Verwendung als sehr wirksame Arzneipflanze.
Die Chinesen setzten von alters her den Ginkgo in der Medizin ein. Seine Blätter wurden als Wundpflaster und als Heiltee bei sehr unterschiedlichen Indikationen verwendet.
Heute werden Ginkgo biloba Extrakte sowohl in flüssiger als auch in fester Form zur Therapie bei Stoffwechselstörungen des Gehirns, der Sinnesorgane und der Gliedmaßen eingesetzt. So war das Ginkgo- Präparat TEBONIN noch vor wenigen Jahren das meist verordnete Präparat Deutschlands. Seitdem die Krankenkassen die Kosten für durchblutungsfördernde Medikamente kaum noch übernehmen steigt die Bedeutung der Ginkgo- Präparate in der Selbstmedikation.

Inhaltsstoffe und Wirkung:

Trockenextrakte aus Ginkgo- biloba- Blättern enthalten Ginkgoflavonglykoside und Terpenlactone (Ginkgolide, Bilobalid) und sind nachweislich wirksam bei verminderter Durchblutung des Gehirns durch altersbedingte Arterienverkalkung mit Beschwerden wie Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Nachlassen der intellektuellen Leistungsfähigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, beginnender Minderung des Hör- und Sehvermögens sowie Schmerzen in der Wadenmuskulatur beim Gehen.

 

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