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© Peter Sommer

September 2009

 

 

 


Unsere Heilpflanze des Monats 

der rote Fingerhut

Digitalis purpurea im Garten der Burger Apotheke

 

der Fingerhut- Digitalis purpurea

Der rote Fingerhut ist eine in West- und Mitteleuropa heimische zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine gestauchte Achse mit einer Blattrosette ausbildet. Im zweiten Jahr streckt sich der unverzweigte Spross bis zu 2 Meter und trägt am seinem Ende seines aufrechten belaubten Stängels von Juni bis September eine Traube großer glockiger purpurroter, manchmal auch weißer Blüten.

 

Ein uraltes Herzmittel

Die wirksamen Inhaltstoffe dieser berühmten Heilpflanze sind herzwirksame Glykoside wie das Digitoxin, die sowohl bei der Aufbereitung zur Herstellung als auch bei der Anwendung sehr empfindlich sind. Diese Glykoside werden zu den verschiedensten Herzmitteln verarbeitet und hatten in den 70er und 80er Jahren ihren großen Boom. So war damals Novodigal® lange Zeit das meist verordnete Arzneimittel in Deutschland. Heute haben die gleichzeitig Blutdruck senkenden Betablocker und  ACE-Hemmer den Digitalis-Präparaten den Rang abgelaufen. 

 

Wirkung und Nebenwirkung

Der rote Fingerhut ist eine der stärksten Giftpflanzen unserer Pflanzenwelt. Jede Selbstbehandlung mit Fingerhut ist strengstens verboten.
Fingerhutblätter und die daraus gewonnenen galenischen Präparate, die die Digitalis- Herzglykoside enthalten, sind die klassischen Herzmittel, die bei unregelmäßiger Herztätigkeit angewendet werden. Sie erhöhen die Pumpleistung des Herzmuskels. Dadurch wird der Blutumlauf im Körper beschleunigt und krankhafte Wasser- Stauungen durch vermehrte Harnabsonderung ausgeschwemmt. 
Digitalis- Glykoside sind gut geeignet zur Dauerbehandlung bei Herz- Leistungsschwäche (Herzinsuffizienz).
Sie werden nur langsam abgebaut und neigen dazu, zu kumulieren. Darum muss ihre Einnahme sensibel dosiert und ärztlich überwacht werden. Eine Überdosierung ist zu vermeiden.

 

Vergiftungen zeigen sich durch unregelmäßigen Puls, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, heftige Leibschmerzen, Blaufärbung der Lippen, Atemnot, Herzstillstand.
Erste Hilfe: Magen und Darm müssen schnellstens entleert werden. Viel Kohle zur Bindung der Giftstoffe geben und sofort einen Arzt aufsuchen.

 

Fertigarzneimittel: Digimerck minor®, Beta-acetyldigoxin

 

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