Zinnkraut
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Zinnkraut

Aus unserem Kräutergarten


Ackerschachtelhalm - Equisetum arvense

 


Die Arzneipflanze

Arzneilich verwendet werden nicht die im Februar und März aus dem Boden sprießenden Sporentriebe sondern die ab Mai erscheinenden unfruchtbaren grünen Sommertriebe, das "Zinnkraut". Der Schachtelhalm ist, ähnlich wie Moose und Farne, ein Ureinwohner unserer Erde, er vermehrt sich durch Sporen und trägt keinerlei Blüten. Die einzelnen Glieder der Pflanze sind ineinander verschachtelt, was zu dem Namen Schachtelhalm führte. Das Zinnkraut, der grüne Sommerspross, enthält mehr Mineralien als die meisten anderen Pflanzen, besonders Kieselsäure. Aufgrund dessen wurde es auch zum Scheuern von Zinnteilen benutzt und "Zinnkraut" genannt. 

Die Heilpflanze ist äußerst anspruchslos und mit jedem Boden zufrieden. Vor dem Anbau im eigenen Garten sollte man jedoch die Pflanze genauer identifizieren; denn die etwas größere in Sumpfgebieten wachsende Schwester des Ackerschachtelhalms "Equisetum palustre" ist giftig.

 


Inhaltsstoffe und Anwendung:

Die Verwendung des Zinnkrauts lässt sich bis zur Antike zurückverfolgen. Die heutige Volksmedizin schätzt es als Blutreinigungsmittel bei Frühjahrs- und Herbstkuren, als Mittel zur Behandlung von Rheuma und Gicht sowie Husten und Asthma, als Mittel gegen Wasserstauungen im Körper, bei Hautunreinheiten, brüchigen Fingernägeln und Haarausfall.

Das Zinnkraut ist besonders reich an Silicium (Kieselerde, bis zu 10%), das unser Körper in ausreichender Menge für gesunde Knochen, Knorpel, Fingernägel und Haare braucht, auch für die Wundheilung der Haut ist die Kieselsäure wichtig. Es enthält außerdem Flavone und Saponine.

Auch das Bundesgesundheitsamt empfiehlt den Schachtelhalm-Tee zur Erhöhung des Harnflusses sowie der Zusatzbehandlung bei Katarrhen von Blasen und Niere. Empfehlenswert ist eine Mischung mit Brennnesselblättern zu gleichen Teilen, besonders auch zur Durchspülungstherapie bei gleichzeitiger antiobiotischer Behandlung von Niereninfektionen.

Da auch die meisten rheumatischen Erkrankungen Stoffwechsel- Erkrankungen sind und die lösliche Kieselsäure teilweise vom Körper aufgenommen wird, wirken Schachtelhalm- Bäder hier lindernd. Für ein Vollbad benötigt man 100g Schachtelhalm, der vorher eine Stunde lang in heißem Wasser extrahiert wird.

 

Warnhinweis:

Zinnkraut soll nicht angewendet werden bei Wasserstauungen durch Insuffizienz von Herz oder Niere.

 

Zubereitung und Dosierung:

Ein bis zwei Teelöffel des geschnittene Krauts mit 250ml kaltem Wasser 12 Stunden lang ausziehen oder mit heißem Wasser übergießen und nach 30 Minuten abseihen. Drei Tassen pro Tag sollten über einen längeren Zeitraum getrunken werden.

 

Empfehlung: Winter-Haustee

Dieser Tee bewährt sich in Erkältungszeiten zur Vorbeugung, weil er die Abwehrkräfte des Körpers mobilisiert. Mit Honig gesüßt schmeckt er sogar gut, so dass er im Winter sogar als Haustee getrunken werden kann:

Schachtelhalm 10 g
Huflattichblätter 10 g
Lindenblüten 10 g
Spitzwegerich 10 g
Fenchelfrüchte  5 g
Holunderblüten  5 g
Thymian  5 g
2 Löffel dieser Mischung werden mit 250ml heißem Wasser übergossen und nach 15 Minuten abgeseiht.

 

Zwei bis drei Tassen täglich sind die richtige Dosierung.

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